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Auf
dem Rücken des türkischen Volkes, betreibt die CSU ihren Europawahlkampf. Das
demokratische Kräftespiel “Ist die Regierung dafür, so ist die Opposition
dagegen”, eine Taktik, an die wir uns leider schon längst gewöhnen mussten,
können wir uns bei diesem Thema nicht leisten. Spätestens seit der
Waffenbrüderschaft aus dem ersten Weltkrieg sind die Türken uns nicht nur
wohlgesonnen, sondern auch unsere echten Freunde und Bewunderer. Die Türkei,
gegründet auf dem Boden des Oströmischen Reiches, ist mit Deutschland enger
verflochten, als wir das wahrhaben wollen. Zu viele türkische Staatsbürger leben
bereits in Deutschland, die für diese Art von Wahlkampf kein Verständnis haben.
Als
wir die türkischen Gastarbeiter ins Land holten, hatten wir auch keine
islamischen Berührungsängste und waren froh, dass sie die schwere und ungeliebte
Arbeit für uns machten. Plötzlich werden wir zimperlich und haben Angst, dass
unsere christliche Kultur unter dem Einfluss des Islam Schaden nehmen oder gar
untergehen könnte. Dabei wird ganz vergessen, dass spätestens seit Atatürk die
Türkei ein reformwilliger und nach Westen ausgerichteter, islamisch geprägter
Staat, mit europäischem Gedankengut ist, in dem nicht jede Türkin Kopftuch
trägt.

Was befürchtet die CSU eigentlich? Dass die christliche Religion durch den Islam Konkurrenz erhält? Aufhalten lässt sich diese Entwicklung ja doch nicht, und wer weiß, für was es auch gut ist. Nutzen wir also die Chance und holen als Bereicherung den friedlichen Islam, von dem Goethe bereits begeistert war und der die Türkei nicht automatisch zu einem asiatischen Land stempelt, in unser europäisches Boot und ziehen die “Schmerz”-Grenze nach Asien etwas weiter östlich.
Hans Lehrer
Bayer und Moslem
Dukatenweg 13
81825 München
Letzte Aktualisierung: 27.02.2009
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